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Leitung: Ort: Termin: Teilnahmegebühr: Zielgruppe: |
Klaus Mangold Tübingen Sonntag, 24.7.2011 von 10.00 bis 18.30 Uhr 90,00 Euro inkl. Mwst. alle an Infrarot-Fotografie Interessierten - egal ob mit oder ohne Kamera und mit oder ohne Vorkenntnissen |
Das wird geboten:
Lernen Sie die breite Palette an Möglichkeiten kennen, die Ihnen digitale Infrarot-Fotografie bietet. Testen Sie mit meiner undefiniert umgebauten D300 oder mit Ihrer eigenen Kamera die Wirkung verschiedener Filter und lernen Sie grundlegende Bearbeitungen für Infrarot-Fotografien in Photoshop kennen.






Ein Exotenthema einerseits ja, denn noch immer wissen erstaunlich wenige Amateur-Fotografen (und sogar Berufs-Fotografen!), was es mit den Infrarot-Möglichkeiten der Digital-Fotografie auf sich hat. Andererseits aber doch nicht mehr, weil in vielen Communities im Internet das Thema schon längst gut Fuß gefasst hat. Und wer erst einmal »Blut geleckt« hat, der kommt so schnell nicht mehr weg von dieser faszinierenden Art der Fotografie.
Infrarotfotografie mit der Digitalkamera ist wesentlich vielseitiger und nach kurzer Einarbeitungszeit mit wesentlich weniger Ausschuss verbunden als die frühere IR-Fotografie mit speziellen Filmen. Das liegt vor allem daran, dass der Bildsensor von Digital-Kameras schon von Hause aus bis weit in den Infrarot-Bereich empfindlich sind.
Leider ist diese Infrarot-Empfindlichkeit für die normale Fotografie störend und wird deshalb durch eine spezielle konstruktive Maßnahme blockiert. Durch eine technische Modifikation der Kamera kann das aber so geändert werden, dass die Kamera gleichzeitig für normale Fotografie und für Infrarot-Fotografie einsetzbar ist. Richtig komfortabel wird es bei Kameras mit LiveView, aber auch ältere digitale Spiegelreflex-Kameras können sinnvoll modifiziert werden.
Auffälligstes Merkmal von Infrarot-Fotografie ist der so genannte Wood-Effekt, der Laub schneeweiß wie mit Rauhreif überzogen aussehen lässt. Nicht weniger beeindruckend bei Landschaftsaufnahmen sind aber auch die meist kristallklare Fernsicht selbst an dunstigen Tagen, der oft dramatisch wirkende Wolkenhimmel und das tiefschwarze Wasser, aus dem da und dort wie aus dem Nichts Algen hervor leuchten.
Je länger man sich mit IR befasst, umso mehr lohnende Motive entdeckt man. Da nach der Kamera-Modifikation kein Stativ mehr nötig ist wegen normal kurzer Zeiten, sind auch bewegte Objekte nicht mehr tabu. So werden zum Beispiel auch Porträt- und Akt und sogar Tier-Aufnahmen zu einem interessanten Infrarot-Thema.
Mit einer einzigen Ausnahme (dem Kodak Falsch-Farben-Film Infrared Ektachrome) war Infrarot-Fotografie mit Filmen immer rein schwarz-weiß. Das muss aber keineswegs so sein. Weil der Bildsensor einer Digitalkamera von UV bis weit ins IR hinein empfindlich ist, bleibt es Ihnen überlassen, an welcher Stelle Sie den Riegel vorschieben möchten.
Für den Workshop steht eine so genannte undefiniert umgebaute Kamera mit verschiedenen Filtern zur Verfügung (von 550 nm bis 830 nm), so dass Sie die Unterschiede sehen und unmitelbar selbst damit experimentieren können. Sie können die Filter auch vor Ihrer eigenen Kamera testen, werden aber merken, dass sie sich an einer original belassenen Kamera zum Teil ganz anders verhalten. Das hängt davon ab, wie stark der in so einer Kamera standardmäßig fest verbaute Sperrfilter ist. Bei sehr starken Sperrfiltern fallen nicht nur die nötigen Belichtungszeiten sehr lang aus, sondern Infrarot in Farbe ist damit fast gar nicht möglich. Sobald nämlich ein Filter verwendet wird, der noch etwas sichtbares Licht durch lässt, setzt sich das gegen den spärlichen Rest von IR meist durch, was nicht Sinn der Sache ist.
Infrarot-Fotografie ganz ohne darauf abgestimmte Bildbearbeitung ist meist enttäuschend. Das liegt schon daran, dass eine Digitalkamera für diese spezielle Art der Fotografie ja nicht gedacht war und man deshalb nicht erwarten kann, dass alles weiterhin vollautomatisch funktioniert.
Die Grundlagen von Photoshop sollten Ihnen deshalb nicht ganz fremd sein, und wenn Sie auch schon mal mit Ihrer Kamera im RAW-Modus fotografiert haben und wissen, wie man von dort gute Ergebnisse raus kriegt, dann wäre das natürlich ganz prima. Sie sind bei diesem Workshop aber auch dann willkommen, wenn Ihnen das noch nicht viel sagt. Sie werden dann zwar nicht alle Feinheiten gleich nachvollziehen können, werden aber trotzdem eine Menge profitieren.
Wer ein eigenes Notebook zur Verfügung kann, sollte das ruhig mitbringen (ist aber keine Bedingung!). Es ist nämlich nützlich, wenn man in der vertrauten eigenen Umgebung arbeiten kann und auch gleich alle Übungen mit nach Hause nehmen kann.